Ranking

Die Sieger Gesamtwertung

Laudatio für den 1. Gesamtrang
Ilona Gyöngyösi
, CFA
Senior Credit Analyst, Zürcher Kantonalbank

«Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.»

Das ist nicht nur ein weiser Spruch des deutschen Porzellanindustriellen und Politikers Philip Rosenthal, sondern das Erfolgsrezept der diesjährigen Gewinnerin. Die Liechtensteinische Landesbank ist für die Schlussjury keine Unbekannte, war der Geschäftsbericht doch in den letzten Jahren stets unter den besten, die sowohl aus einem inhaltlichen als auch aus einem gestalterischen Blickwinkel bewertet wurden.

Eine Bank auf dem 1. Gesamtrang – geht das und wie lässt sich das erklären? Schliesslich ist Banking ein eher kompliziertes Geschäft mit einer eigenen – zumeist englischen – Fachsprache und damit für viele Aussenstehende bisweilen auch ein Buch mit sieben Siegeln. Nicht so bei der Liechtensteinischen Landesbank, weshalb die Schlussjury sie mit Überzeugung zur Gesamtsiegerin gewählt hat und sich die Bank damit im Vergleich zum letzten Jahr nochmals um einen Rang verbessern konnte. Neben der korrekten Dokumentation von Zahlen sollte ein Geschäftsbericht auch das «Geschäftsmodell» den verschiedenen Anspruchsgruppen klar und transparent darlegen. Dies ist der Liechtensteinischen Landesbank mit ihrem Bericht erneut geglückt. Dass der Geschäftsbericht in verständlicher Sprache verfasst wurde und zudem auch auf Deutsch vorliegt, hilft den unterschiedlichen Interessengruppen.

Den diesjährigen Bericht hat die Liechtensteinische Landesbank an den goldenen Schnitt angelegt. Wie wir meinen, ist ihr dies sehr gut gelungen. Werden Grössenverhältnisse nach dem mathematischen Konzept des goldenen Schnitts eingeteilt, wirkt das Ergebnis harmonisch; der Leser kann sich entspannt dem Inhalt widmen. Der Printbericht überzeugt durch einen äusserst feinen Umgang mit der Typographie und ist bis zum kleinsten Schriftgrad austariert.

Der Online-Auftritt bestätigt den guten Eindruck der Printversion. Alle Informationen sind einfach aufzufinden und optisch ansprechend aufbereitet. Das Tabellentool, das neben der visuellen Veranschaulichung einen Export als Bild- und Excel-Datei erlaubt, wurde als bestes Tabellentool gewürdigt.

Positiv fiel der Jury auf, dass jene Anmerkungen, die im vergangenen Jahr zu verbesserungswürdigen Punkten gemacht wurden, bei der diesjährigen Berichterstattung berücksichtigt wurden. So wurde beispielsweise auf die etwas aufgesetzt wirkenden Dialoge von Bankmitarbeitenden mit Externen zu einem Sonderthema verzichtet.

Die nachträglich notwendige Anpassung der konsolidierten Mittelflussrechnung 2018 hat die Jury zur Kenntnis genommen, sie war aber nicht Gegenstand der Beurteilung. Ein Anpassungsbedarf ist zwar unschön, Fehler können jedoch passieren. Aus Investoren- und Analystenperspektive wäre es begrüssenswert, wenn die Zusatzpublikation der Anpassung zur konsolidierten Jahresrechnung im Sinne eines Anspruchs an Klarheit und Transparenz der Berichterstattung als Korrigenda und nicht als Ergänzung tituliert werden würde. Dem Gesamtsieg hat dies aber keinen Abbruch getan, und das Kommunikations- und ir-Team soll erst einmal den verdienten Gesamtsieg im diesjährigen Geschäftsberichte-Rating feiern. Herzliche Gratulation!